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From Nobody to Somebody

Die Frauen der Winning Women-Gruppe bei der Herstellung des Schmucks aus Papier

Gewalt, Missbrauch, Demütigung sind neben Hunger, Obdachlosigkeit und Krankheiten Alltag für die meisten Frauen auf diesem Kontinent. Resultierend daraus ist ihr Selbstbewusstsein gleich Null. Oft aufgewachsen mit Gewalt, Vergewaltigung, Zwangsheirat, später Verlassen werden von den Ehemännern, Degradierung zur soundsovielten Ehefrau und Verstoßen zu sein tragen nicht gerade zum besseren Selbstbewusstsein bei.

Die Rechte der Frauen und ihre Würde werden mit Füssen getreten. Ganz besonders schlimm ist es in Gebieten, die jahrelang von Kriegen heimgesucht wurden. Unser besonderes Augenmerk gilt daher Norduganda. Nach über zwanzig Jahren eines der grausamsten Rebellenkriege auf der Welt (Rebellenführer Joseph Kony ist vom Gerichtshof in Den Haag angeklagt) ist die Lage der Frauen in dieser Region besonders schlimm. Im Norden Ugandas ist die Rate des Alkoholkonsums extrem hoch. Dazu kommt eine sehr hohe Durchseuchung mit dem HIV-Virus. Viele Männer erleiden dadurch einen frühzeitigen Tod. Erstaunlicherweise überleben die Frauen meist viel länger als ihre Ehemänner. Nachdem der Ehemann gestorben ist, wird die Frau im Großteil der Fälle von den Verwandten des Mannes sowohl von ihrem Land wie auch aus ihrem Haus verjagt. Das ist keine Tradition, das geschieht aus extremster Armut bedingt durch den Krieg. Diese Witwen mit teilweise acht und mehr Kindern stehen dann vor dem Nichts. Nicht einmal ein Kochtopf oder eine Decke bleibt ihnen. Sie versuchen sich und ihre Kinder irgendwie durchzuschlagen, sie arbeiten auf Feldern von anderen und oft reicht es gerade mal für eine Mahlzeit, d.h. eine Handvoll Maisbrei, für die ganze Familie am Tag. Nicht zu vergessen, dass sie und manchmal auch die Kinder mit Aids infiziert sind. Die Medikamente sind zwar kostenlos, aber die Nebenwirkungen der Behandlung sind sehr hoch und schränken die Frauen mitunter komplett in ihrer Arbeitsfähigkeit ein. Auch die Grundschule für die Kinder ist kostenlos, jedoch müssen Hefte, Bücher und Schuluniformen selbst gekauft werden. Somit ist jeglicher Schulbesuch unmöglich. Der Kreislauf von Elend und Armut wird fortgesetzt.

Diese Witwen im Norden Ugandas sind uns auf dem Herzen, sie und ihre Kinder. Natürlich geht es in erster Linie darum, sie mit Lebensmitteln, Kleidung und der Möglichkeit eines Schulbesuchs zu versorgen. Jedoch geht es uns um mehr, es geht um die Würde der Frauen.

 

 

 

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