t2 Partner Afrika

Kalahari Wild Silk Manufacturers

Lesen Sie mehr

 

Namibia: Spinning Wild Silk - From Adversity to Opportunity

By Steve Felton, 19 July 2011

 

opinion

One of a series of short articles about the Rural Poverty Reduction Programme (RPRP), which was funded by the European Union's ninth Development Fund and coordinated by the National Planning Commission.

The bakkies come early in the morning to pick up casual farm labourers. The men who are lucky enough to get a day's work are paid just N$30.

If you want to combat rural poverty, Leonardville is a good place to start.

The village is set amongst the Kalahari sand dunes, not far from the Botswana border. The only shade is from camelthorn trees, home to the moth, Gonometa postiga. And that's where a remarkable story of turning adversity into opportunity begins, providing work for 52 women who weave cloth from the cocoons.

 

The moth spins a cocoon that hardens in the sun and looks rather like peanut shell. When the cocoons fall to the ground they are eaten by cattle, which can't digest them. The result is rumen impaction, which may lead to death.

 

The farmers used to collect and burn them. Until somebody discovered that if you boil them in water, the hard fibre in the cocoon softens and expands into threads, which can be spun and woven into a natural wild silk.

 

Amalia Inanos sits at a wooden bench with a large pile of dry cocoons.

They are gathered by people on the surrounding farms and sold to the factory. Using large scissors, Amailia snips open each cocoon and winkles out the dead larvae with a piece of metal, and drops the cocoon shells into a bucket, ready for boiling.

 

It isn't much of a job, but Amalia joyfully remembers the day when she found employment: February 19 2007, as easily as she might remember the birthday of one of her four children.

 

"I was very happy that day," she recalls, because I could pay the water and electricity bills, and for the school. The primary school asks for N$60 a quarter, and the secondary school N$250.

 

In 2006, the Omaheke Regional Council saw the possibility for RPRP funding to get the fledgling cooperative properly established, and a Section 21 Company (an association not for gain) was formed. A manager and accountant were hired, and the RPRP funding was used to buy more spinning wheels and other equipment, and to subsidise salaries until the venture could be self- sustaining.

 

Running the accounts through the bureaucracy of a regional council has proved to be a problem, according to the enterprise manager, Veronica Nunuhes. She would travel 134 km to Gobabis to get a cheque signed, and the person might not be there.

 

Vital repairs to the boiler were not made, holding up production. But despite the delays, the RPRP funding did what it was intended to do: lift people out of rural poverty.

 

The two year subsidy has come to an end, and the factory is not yet fully sustainable, but Veronica says that as an independent company they are in with a chance.

 

There are 13 sales outlets in Namibia alone for the colourful collection of scarves, shawls and throws. Bed covers and curtains can be made to order. The company has had stands at international expos and is starting to sell online. Leonardville might be the back of beyond, but it has a unique craft product to offer worldwide.

 

Veronica Nunuhes exudes confidence. Although the factory is only working at 50 per cent capacity, they can immediately expand production if there is a big order.

 

The alternatives don't bear thinking about.

 

A private company might simply shed workers to become more efficient, but the whole point about Kalahari Wild Silk is poverty reduction: giving work to 52 people making fashion garments that the ladies on the looms can only dream about owning.

 

 

Wilde Seide aus der Kalahari: Aus einer Landplage wird eine Erfolgsgeschichte

Do, 2005-07-07 01:00Allgemeine Zeitung

 

Die Seidenkokons der Haarraupe Gonometa postica sind eine Landplage in der Kalahari. Jetzt aber soll die kommerzielle Nutzung der wilden Seide Abhilfe schaffen.

 

Die Raupe Gonometa postica verursacht jährlich das Sterben von Hunderten Rindern und Antilopen in der Kalahari. In Trockenjahren frisst das Wild und Vieh die Kokons der Raupe. Die klebrige Substanz, die den Kokon zusammenhält, kann es verdauen; die eigentliche Seide jedoch nicht. In den Mägen der Tiere verheddern sich die Fäden mit anderer aufgenommener Nahrung: das Resultat ist die Bildung von Bällchen aus unverdaulicher Seide und Pflanzenmaterial, die zu verklebten Mägen, Verstopfung und schließlich zum Tod führen.

 

1996 verendeten rund 20000 Springböcke im Süden Namibias. Sowohl kommerzielle als auch Kommunalfarmer erleiden jährlich schwere Verluste durch die Kokons der Haarraupe. Im Afrikaansen wird sie "Brandwurm? genannt wegen der Irritation, die das Haar der Raupe hinterlässt, wenn es mit der Haut von Menschen in Berührung kommt.

Für Farmer gab es bisher nur eine Lösung: Die Seidenbällchen operativ aus den Mägen der betroffenen Rinder zu operieren. Eine chemische Bekämpfung der Schädlinge hat sich als unpraktikabel erwiesen. Zum einen ist das Verbreitungsgebiet viel zu groß ist, zum anderen wäre eine solche Vorgehensweise mit hohen Kosten verbunden. Der dritte Faktor ist das Ökosystem: Der Mist der Raupe ist ein wichtiger Dünger für die Bäume und Büsche in der Kalahari, während die Eier und Larven der Gonometa postica eine Nahrungsquelle für rote Wespen und verschiedene Arten von Fliegen darstellen.

 

Wildseide-Experte Ian Cummings hat jedoch eine perfekte Lösung parat. Seit zwei Jahren lässt er die Kokons der Haarraupe ernten und verarbeitet sie zu Seide. Das Produkt nennt sich "Kalahari Wild Silk? und ist in bunten, flauschigen Tüchern und Schals zu haben.

 

Cummings hat seine Erfahrungen mit Seide in Madagaskar gesammelt. Dort wird seit Jahrhunderten wilde Seide produziert. Sie nimmt einen wichtigen Stellenwert im Leben der ländlichen Bevölkerung ein. So wickelt man beispielsweise Tote in Seidentücher, erzählt Cummings' Ehefrau Jenny. Das Ehepaar hat in Madagaskar und später auch in Südafrika jahrelang in der etablierten Seidenindustrie gearbeitet, Märkte erschlossen und die Einfärbung von wilder Seide initiiert.

 

Als Ian Cummings von dem Problem der Gonometa postica in der Kalahari erfuhr, siedelte er in den namibischen Südenort Leonardville um, wo Kalahari Wild Silk nun seinen Sitz hat.

 

Er habe drei Jahre in der Kalahari Nachforschungen betrieben, um herauszufinden, ob eine Nutzung der wilden Seide nachhaltig ist, sagt Cummings. Die Machbarkeitsstudie wurde von der kanadischen Firma Oxfam finanziert und vom namibischen Landwirtschaftsministerium unterstützt. Heute ist Cummings überzeugt: "Jeder Beteiligte in dieser Angelegenheit ist ein Gewinner.?

 

Rund 300 Farmarbeiter verdienen sich ein Nebeneinkommen mit dem Ernten der Seidenkokons. Nur Kokons, aus denen die Motten bereits geschlüpft sind, werden geerntet. Sieben Tonnen Rohseide hat Kalahari Wild Silk in zwei Jahren geerntet. "Ich schätze, dass momentan weitere 1000 Tonnen Kokons in der Kalahari herumliegen?, sagt Ian Cummings.

 

Im Oktober 2004 startete Kalahari Wild Silk mit dem Weben. Die Firma hat heute 18 Festangestellte. Bisher werden vor allem Schals und dekorative Tücher hergestellt. Die Ibenstein Weberei bei Dordabis hat ebenfalls mit der Verarbeitung der Seide begonnen. Bisher gibt es allerdings nur eine offizielle Verkaufsstelle für die Produkte von Kalahari Wild Silk: in der Design Gallery in der Maerua Mall von Windhoek. Cummings und seine Frau Jenny betreiben außerdem einen Stand auf dem Biomarkt, der jeden Samstag bei der Stephanuskirche in Windhoek stattfindet. Und dann gibt es noch eine Verkaufsstelle in Kapstadt.

 

Für Cummings ist klar, dass der nächste Schritt die umfassende Vermarktung von Kalahari Wild Silk wäre. Doch gerade zu diesem kritischen Zeitpunkt ist die Förderung des namibischen Landwirtschaftsministeriums zu einem Ende gekommen. Das Ministerium hatte im vergangenen Jahr die namibische Geschäftswelt aufgerufen, in das Großprojekt zu investieren. Der Aufruf stieß auf taube Ohren. "Die Seidenindustrie ist in Namibia noch gänzlich unbekannt?, sagt Jenny Cummings. "Mein Mann ist der Einzige, der sich damit auskennt.? Nun sucht das südafrikanische Ehepaar auf eigene Faust nach Investoren.

 

Eines steht für die Cummings fest: Sie wollen das Projekt nicht aufgeben. "Unsere Leidenschaft gehört der wilden Seide?, sagt Jenny Cummings. Kalahari Wild Silk schafft Arbeitsplätze im unterentwickelten Süden des Landes. Es erlöst die Farmer von einer Landplage. Und irgendwann wird es Profite abwerfen, die zu einem weiteren Ausbau dieser neuen Industrie führen können.